Mittwoch, 20. September 2006 @ 08:37
Der Tiroler KPÖ-Spitzenkandidat des Regionalwahlkreises Oberland, Michael
Linser im Interview gegenüber dem Imster Bezirksblatt.
Sind Sie für den Straßenausbau im Oberland/Außerfern (Fernpasstunnel ev. gar eine Autobahn)?
Nein! Ich bin für eine Verlängerung
des Urlaubs und weniger stressige Arbeitsbedingungen der Touristen (auch von
uns), dann haben sie und wir mehr Zeit und können manche Strecken zu Fuß und
mit den auszubauenden öffentlichen Verkehrsmitteln zurück legen. Die Anzahl der Schüler mit nichtdeutscher
Muttersprache an unseren Volks/Hauptschulen steigt – Wie würden Sie das
Problem lösen?
Durch Integration der Eltern in die
örtliche Gemeinschaft (z. B. kommunales aktives und passives Wahlrecht,
sportliche und kulturelle Wettbewerbe mit vergleichbar subventionierten, aktiven
Vereinen, gemeinsamen Kindergärten). Die
Nahversorgung in den kleinen Gemeinden ist zunehmend gefährdet, oder gar nicht
mehr vorhanden. Wie kann man diese Entwicklung stoppen?
Handels- und Gewerbebetriebe siedeln sich bevorzugt
in den großen Zentren an, während die kleinen Orte ausgehungert werden. Auch
die Kommunalsteuer fließt damit in die großen Orte, während die
Umliegergemeinden zu reinen „Schlafstätten“ verkümmern. Ist das gerecht,
oder braucht es eine Umverteilung?
Im heute hier herrschenden
Kapitalismus steht nicht der Bedarf der Menschen im Vordergrund sondern Profit.
Daher sinkt der Grad der Grundversorgung und Randgemeinden verkümmern zu
Schlafstätten, womit auch das Verkehrsaufkommen steigt. Diese kulturell
vorherrschenden Bedingungen werden nur dem Leben weniger Gruppen der
Gesellschaft gerecht und große Teile der Bevölkerung werden benachteiligt. Wir fordern Umverteilung als einen
Ausdruck die bestehenden Verhältnisse zu hinterfagen und damit neue Sichtweisen
des gesellschaftlichen Zusammenlebens zu eröffnen. Wie stehen Sie zur Sicherheitsabfahrt am Pitztaler
Gletscher?
Touristen, die auf den Berg gelockt
werden, ohne dessen Gefahren zu kennen, müssen von den Lockern wieder sicher
ins Tal gebracht werden. Ob dies bei Ausfall der Bahnen durch Unterbringung in
Notunterkünften mit vorgelagerter Notversorgung oder durch laufenden Nachweis
entsprechender Schiabfahrtskenntnissen mit entsprechend vorhandener Schiabfahrt
geschieht, ist eine Frage der vorhandenen Möglichkeiten, die ich im Detail
nicht kenne. Wie finden Sie die Vorgehensweise der Politiker im
Bezug auf die geplante Sicherheitsabfahrt am Pitztaler Gletscher? Wurden die
Pitztaler für dumm verkauft?
Ich habe die Vorgehensweise der
Politiker nur soweit verfolgt, dass mir keine besonderen Fähigkeiten
aufgefallen sind. Jedenfalls dürfen sich die Pitztaler (und auch allen anderen
Taler) nicht verkaufen lassen. Wenn, dann dürfen sie sich nur selbst verkaufen. Sind weitere
Kraftwerke für Tirol unbedingt notwendig?
Wenn ja, wie wollen Sie die Regionen
dazu bringen, einem Kraftwerk zuzustimmen?
Unbedingt (=ohne Bedingungen) ist
kein Kraftwerk in Tirol baubar. Ich bin für den ökologisch und ökonomisch
langfristig sinnvollen Ausbau der Wasserkraft, bei dem nicht nur die Betroffenen
entschädigt werden, sondern auch die FrüchteÂ
dieser Maßnahmen allen zu Gute kommen. Wie
sieht ihrer Meinung nach die nächste Regierung aus?
Wenn es nach den herrschenden Medien
geht, wird sie üblicherweise zumindest gut ausschauen. Wenn es nach der
Zufriedenheit der Wähler geht, wird sie die Sachzwänge, die sie als sachlich
richtig anerkennt und nur quantitativ verändern will, als mächtiger als sie
darstellen und das schlechte Dastehen mit dem guten Ausschauen aus den
herrschenden Medien kompensieren. Was
ist Ihre Meinung zum Ausbau Kaunertaler Gletscher?
Ich bin der Meinung, dass die GletscherÂ
genug verkehrsmäßig erschlossen sind. Ich bin eher für den Ausbau der
Hütten und einer Verbreiterung der Bergführerausbildung.
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