Samstag, 16. Februar 2013 @ 22:34
von Roland SteixnerDie überwiegende Mehrheit der Bevölkerung ist zu recht für den Erhalt und den Ausbau der österreichischen Neutralität und will nicht, dass sich Österreich an Militäreinsätzen im Ausland beteiligt. Das Bundesheer diente allerdings seit seiner Entstehung jedoch nicht der Bewahrung der Neutralität, sondern war lediglich immer ein Instrumentarium der Westanbindung im kalten Krieg. Bei der Gründung ging es - wie Hugo Portisch in seinem Büchlein "Was Jetzt" deutlich macht - darum, Österreich bei einem Vorstoß der Sowjetunion so lange zu verteidigen, bzw. einen Guerillakrieg hinter der Front zu entfachen, bis die Hilfe der NATO eintreffe.
Die Neutralität "mit allen zu Gebote stehenden Mitteln zu verteidigen" bedeutet nicht automatisch, dass es eines Bundesheeres bedürfte. Vielmehr müsste die Neutralität heute gegen Spindelegger, Androsch und Faymann samt Anhang sowie gegen diverse Zeitungskolumnisten verteidigen, die das Struck'sche Diktum ins österreichische übersetzt und zeitlich aktualisiert haben. Wessen Sicherheit allerdings in Mali, wo unsere Soldaten nach ausreichender "Afrikaerfahrung" im Tschad nun wieder eingesetzt werden sollen, verteidigt werden soll, darüber geben die Uranminen im Norden des Landes Aufschluss.
Umgekehrt kann es auch nicht die Zukunft der Sozialpolitik sein, für Rettung und Altenpflege billigste Arbeitskräfte via Wehrpflicht zu rekrutieren.
Der Widerspruch lässt sich nur durch die ersatzlose Abschaffung des Bundesheeres lesen. Erst dadurch werden die Mittel für Pflege und effizienten Katastrophenschutz frei.
Bundesheer abschaffen ist und bleibt die sicherste Variante!