Dienstag, 7. M�rz 2017 @ 17:15
In unserer Gesellschaft gibt es arme und reiche Menschen.
Reiche Menschen vermehren ihr Geld, entweder in dem sie Aktien oder Anleihen kaufen
und so ihr Geld in Unternehmen investieren – oder sie sind selbst Unternehmer.
Dann können sie - je nach Größe des Unternehmens und je nach Wirtschaftskonjunktur
ArbeitnehmerInnen einstellen. Diese arbeiten dann für den Unternehmer ( oder für eine
Aktiengesellschaft). Durch die Arbeit der ArbeitnehmerInnen erhalten die Produkte einen
höheren Wert. Diesen Wert erhalten die ArbeitnehmerInnen aber nicht. Sie erhalten nur
einen Lohn, der so groß ist, dass sie ihre Arbeitskraft erhalten können - manchmal aber nicht
einmal das. Den größten Teil des Wertes, den die ArbeitnehmerInnen durch ihre Arbeit
geschaffen haben verbleibt aber beim Unternehmer, wenn er die Produkte verkauft. So
bleibt dem Unternehmer ein Mehrwert und damit letztendlich der Profit.
Bei Betrieben, die Dienstleistung anbieten, verhält es sich nicht viel anders. Die
ArbeitnehmerInnen leisten die Arbeit, die Bezahlung erhält der Unternehmer – der
Arbeitnehmer oder die Arbeitnehmerin erhält einen Lohn, der niedriger ist, als die
Bezahlung, die an den Unternehmer ergeht.
Dann gibt es Menschen, die nicht reich sind – dazu gehören wir. Wir müssen, um leben zu
können, unsere Arbeit verkaufen. Uns bleibt der Lohn, der so hoch ist, dass wir gerade einen
Monat damit auskommen. Der größte Teil des Wertes der Produkte oder der
Dienstleistungen bleibt dem Unternehmer.
So sieht die Realität aus.
Ist die Situation der Arbeitnehmer schwierig – für die ArbeitnehmerInnen das Leben in
dieser Gesellschaft - in der der Reichtum für die Unternehmer erarbeitet wird - noch
schwieriger:
Im 19. Jahrhundert, zu Beginn der industriellen Revolution, wurde die Arbeit der Frauen als
Zuverdienst zu den Löhnen der Männer gesehen - und aus diesem Grund erhielten die
Frauen weniger Lohn als die Männer ( es gab damals ja auch Kinderarbeit. Die
Kinderarbeit wurde natürlich auch viel schlechter bezahlt) .
Und noch heute werden die Frauen schlechter bezahlt als die Männer:
Frauen arbeiten hauptsächlich im Sozial – und Pflegebereich, im Handel, als Frisörinnen
und als Bürokauffrauen. Hier sind die Löhne viel niedriger als zum Beispiel im Finanz- und
Versicherungsbereich, wo hauptsächlich Männer arbeiten.
Frauen verdienen im Durchschnitt 20 – 30% weniger als Männer!
Leider gibt es bei uns – im Gegensatz zu anderen Ländern - noch immer nicht die
Ganztagsschule.
So bleibt für viele Frauen nichts anderes übrig, als die Betreuung der Kinder zu übernehmen
und können aus diesem Grund nur teilzeitbeschäftigt oder in prekären Arbeitsverhältnissen
beschäftigt sein.
Ein weiteres Problem für die Frauen stellt der Umstand dar, dass viele Sozialleistungen an
das Einkommen des Mannes gekoppelt ist – wie zum Beispiel die Notstandshilfe oder die
Ausgleichszulage bei der Pension: Frauen erhalten wegen des Einkommens des Partners oft
keine Notstandshilfe oder keine Ausgleichszulage.
Durch die veränderte Durchrechnungszeit bei den Pensionen – also durch die Erweiterung
der Durchrechnungszeit auf alle Verdienstjahre - verschlechterte sich der Pensionsbezug für
die Frauen enorm .
Frauen sind häufiger arbeitslos als Männer und Frauen die keine österreichische
Staatsbürgerschaft besitzen, sind um 7 % mehr von Arbeitslosigkeit betroffen als
österreichische Frauen.
In der EU sind ungefähr 25% der Frauen durch Armut bedroht – das sind um 2% mehr als
die Männer.
Frauen sind auch häufiger unter den „working poor“ zu finden ( working poor sind
Menschen, die von der Lohnarbeit alleine nicht leben können, und die eine zusätzliche
Unterstützung erhalten müssen, um überleben zu können).
Besonders schlecht ist die Situation der AlleinerzieherInnen: 30% von ihnen sind
armutsgefährdet.
In Österreich leben 570 000 Frauen unter der Armutsgrenze.
Die KPÖ fordert daher:
1.: höhere Löhne in typischen Frauenberufen – also im Sozial- und Gesundheitsbereich, im
Handel, bei den Frisörinnen und bei den Bürokauffrauen.
2.: Besondere Unterstützungen im Bildungsbereich für Mädchen mit Migrationshintergrund.
3.: Die Entkoppelung des Bezuges bei Notstandhilfe und Ausgleichszulage vom
Einkommen des Partners.
Die KPÖ hat das große Ziel, die lohnabhängigen Menschen vom Joch des Kapitals zu
befreien: Also von der Notwendigkeit, die Arbeitskraft an einen Unternehmer verkaufen zu
müssen, der sich durch die Aneignung der Arbeit dadurch bereichert , während der
Arbeitnehmer immer gleich arm und abhängig vom Unternehmern bleibt .
Als ersten Schritt dahin fordert die KPÖ gemeinsam mit dem gewerkschaftlichen
Linksblock die 30 – Stunden – Woche bei gleichem Lohn.
Gerda Pastyrik