Sonntag, 23. Juni 2013 @ 08:47
SOS Mitmensch hat die Aussagen von Peter Pilz entsprechend kommentiert. Dem ist nichts hinzuzufügen: „Demokratie ist kein Gesinnungswunschkonzert“, kritisiert Alexander Pollak, Sprecher von SOS-Mitmensch und verweist darauf, dass das Staatsbürgerschaftsgesetz bereits jetzt Personen von der Staatsbürgerschaft ausschließe, die „keine bejahende Einstellung zur Republik erkennen lassen“ oder „eine Gefahr für die öffentliche Ruhe, Ordnung und Sicherheit darstellen“.
Staatsbürgerschaft durch Leistung
Die wahren Probleme in Sachen Einbürgerung lägen demnach ganz woanders, nämlich beim Ausschluss vieler hier geborener, hier aufgewachsener oder bereits lange hier ansässiger Menschen von der Staatsbürgerschaft und von demokratischen Grundrechten. Das bestätigten im Hearing im Innenausschuss des Parlaments vom 19. Juni auch der Politikwissenschaftler Prof. Rainer Bauböck und der Rechtsanwalt Thomas Neugschwendtner. SOS-Mitmensch zitiert Bauböck, dass das auf Ausschluss aufbauende österreichische Staatsbürgerschaftsgesetz ein „demokratisches Defizit“ erzeuge. Pollak verweist in diesem Zusammenhang beispielhaft auf die aktuell veröffentlichte Liste von 600 Berufssparten, bei denen auch eine Vollzeitbeschäftigung nicht genügend Lohn abwirft, um als AlleinerhalterIn einer Familie die Einkommenshürde für die Einbürgerung zu überspringen.