Montag, 25. Februar 2013 @ 08:59

Ja, wir KommunistInnen sind deswegen derzeit vor den Tiroler Gemeindeämtern zu finden. Wir wollen landesweit kandidieren und müssen uns, um die nötigen Unterstützungsunterschriften zu erhaschen, einem entwürdigenden Spiel auf der Straße hingeben, und alle Vorbeiziehenden um ihre zeitaufwändige Zustimmung beknieen. (Wir sind auch nicht alleine: Die „Piraten“, die Liste „für tirol“, „Vorwärts Tirol“ und einige andere müssen ebenfalls für ihre Kandidatur „keilen“gehen.)
Leichter hat's da schon der „Stronach'sche Frankieboy“: Einfach ein Milliönchen an Euros (Anm.: unter Umständen jenes, welches er seinerzeit seinen Mitarbeitern vorenthalten hat?) investiert ... und es läuft wie geschmiert. Notarkosten sind nicht einmal ansatzweise ein Problem. Das Unterschriftensammeln ebenfalls nicht, denn dazu hat er einfach „Keilertrupps“ angeheuert, denen er (brutto für netto?) 25 Euro für jede gültige Unterstützungserklärung löhnt. (Anm.: Mit Schwarzarbeit zur Kandidatur? „NEIN DANKE!“ Eine Meldung an die KIAB ist bereits unterwegs!)
Noch ein Schmankerl: Auch ÖVP und SPÖ sammeln Unterstützungsunterschriften. Laut ihrer Aussage wollen sie sich „nicht hinter ihren Abgeordneten verstecken“, sondern zur Sicherung ihrer Kandidatur ebenfalls „den Weg zum Volk suchen“. Geläuterte „Landesbrut? - NEIN, denn jede ihrer Unterschrift (siehe oben) ist für andere WahlwerberInnen natürlich verloren. Und das ohne großes Risiko: Haben sie zu wenig Unterstützungsunterschriften wird eben auf die genannten Abgeordnetenstimmen zurückgegriffen! Auch über die unmittelbar enstandenen Kosten eines Wahlkampfes braucht man sich nicht den Kopf zerbrechen, denn man lebt ja von der selbst eingeführten „Parteienförderung“. (Anm.: Für andere WahlwerberInnen bedeutet jeder Wahlkampf (hohe) private Unkosten, gleichgültig ob man diese bürokratischen Zugangshürden erfolgreich bewältigen konnte oder nicht.)
Zusätzlich sei noch angemerkt, dass alle machthabenden Parteien (außer der „Liste Fritz“ und die „Grünen“) zur Anfrage: „Ob sie kleinen WahlwerberInnen aus demokratiepolitischen Gründen vielleicht mit Abgeordnetenunterschriften aushelfen könnten?“, es nicht einmal für wert befanden, überhaupt irgend eine Rückmeldung zu geben... (Anm.: Allerdings mehr als eine Bestätigung, dass das Schreiben angekommen sei, hatten auch „Fritzl“ und „Schorschi“ nicht von sich gegeben..)
Denkanstoss: Opfere eine halbe Stunde deiner Zeit für die Demokratie! Gehe mit einer Unterstützungserklärung (+Lichtbildausweis) zum Gemeindeamt, lasse es dort unterschreiben und lasse das bestätigte Formular der zuständigen WahlwerberInnengruppe wieder zukommen.
Für die KPÖ findest du das Formular unter tirol.kpoe.at[*1] . Die Rücksendeadresse lautet: KPÖ, PF 801, 6023 Innsbruck.