"Wohnst du noch, oder lebst du schon", ...
- Mittwoch, 10. Februar 2010 @ 08:49
von Josef Stingl...wirbt ein schwedisches Möbelhaus. In Tirol müsste es bereits mit "Wohnst du noch, oder lebst du schon auf der Straße" werben, denn in Tirol gilt Wohnen ein als „Luxusartikel“. In keiner Landeshauptstadt ist Wohnen so teuer wie in Innsbruck. In Klagenfurt, St. Pölten und Eisenstadt beträgt die durchschnittliche Miete einer 70 Quadratmeter-Wohnung 460 Euro, in Innsbruck um 60 Prozent mehr, nämlich 750 Euro. Nur mehr in der „Stadt der Reichen und Schönen“, in Kitzbühel lebt es sich noch teurer als in unserer Landeshauptstadt.

Wohnst du noch oder lebst du schon" lautet ein
Werbespruch eines schwedischen Möbelhauses. Die Innsbrucker Filiale besagten
Möbelhauses muss bereits mit "Wohnst
du noch oder lebst
du schon auf der Straße" werben. Denn, Innsbruck ist in Bezug auf Wohnen
(genaugenommen nicht nur fürs Wohnen) die teuerste Landeshauptstadt. Kostet beispielsweise eine 70 Quadratmeter-Wohnung in
Niederösterreichs Landeshauptstadt durchschnittlich 380 Euro, wäre gleiche
Wohnung in Linz um 31 Prozent, in Wien um 40, in Salzburg um 61 Prozent und in
Innsbruck gar um 63 Prozent teurer. Selbst im extrem teuer verschrien Vorarlberg würde besagte Wohnung um rund
20 Prozent weniger Miete anfallen als in Innsbruck.
Es ist rührend, wie sich einige kleinformatige Zeitungen darüber Sorgen machen, dass dem angeblich schönsten Strahlemann der Nation, KHG, und seiner millionenschweren Fiona sein gemietetes Bauernhaus im Raum Kitzbühel abhanden kommt. Weniger sorgen sich diese Blätter darum, daß es gerade im hochpreisigen Kitzbühel und Umgebung auch ArbeiterInnenfamilien gibt, die insbesondere bei unverschuldeter Arbeitslosigkeit die Mieten nicht mehr aufbringen können und somit von der Obdachlosigkeit bedroht sind.